Zum Abschluss ein französischer Abend

Gouères, Porc Orloff, et Iles Flottantes: Das waren die traditionell französischen Gerichte mit denen uns Anne-Laure an diesem letzten Abend der einwöchigen Ideenwerkstatt überraschte. Bevor wir aber die kulinarischen Besonderheiten an der großen Tafel in der Michaeliskirche genießen konnten, hieß es zunächst einmal: gemeinsam kochen!

Und so kam es, dass die mit der thüringischen Küche sonst so sicheren Neustädter Hobby-Köche und Köchinnen erst einmal gewaltig ins Schwitzen kamen. Nicht nur, weil die Originalrezepte auf Französisch waren, sondern auch, weil so manche Speise sehr viel Geduld und Feingefühl von den Teilnehmer*innen abverlangte. Kurz vorher noch einmal mit der eigenen Mutter in der Bretagne telefoniert, war es Anne-Laure die immer wieder zwischen den einzelnen Kochinseln hin und her wechselte, um genaue Anweisungen zu geben. Am Ende hat sich die Mühe und das Durchhaltevermögen der Teilnehmer*innen jedoch mehr als gelohnt. Bereits das Entrée mit den herzhaften ‚Gouères de la mamie’ wusste zu überzeugen.

Bei dem ein oder anderen Glas Chardonnay saß man dann im Anschluss des Kochkurses an den neu gebauten Tischen in der Michaeliskirche zusammen. Dabei kam man ins Gespräch und tauschte sich aus. Man berichtete sich gegenseitig von den Eindrücken der letzten Woche, erzählte von längst Vergangenem, aber blickte auch gemeinsam in die Zukunft. Wie kann es – speziell in Neustadt, aber auch darüber hinaus – weitergehen mit der Idee der Her(r)bergskirchen? Die zukünftigen Her(r)bergskirchen dürften nicht ausschließlich nur eine Art Leuchtturmeffekt bewirken, sie müssten auch gut in die lokalen Infrastrukturen eingebettet sein, warnte beispielsweise ein Teilnehmer des Abends. Was würde es helfen, wenn das Angebot zwar neue Gäste anziehen könnte, diese dann aber vor einem verschlossenen Tourismusbüro stünden, weil dieses – wie gegenwärtig – chronisch unterbesetzt bliebe? Ein ganzheitliches Denken ist von Nöten, um die Idee der Her(r)bergskirchen voran zu bringen, da war man sich einig. Nur gemeinsam und im Zusammenspiel mit den bestehenden Initiativen und Akteuren kann dieses Vorhaben gelingen.

Am Ende des Abends kam dann eine leicht wehmütige Stimmung innerhalb der Runde auf, war es doch der letzte Abend der durchaus intensiven und bewegten Woche in der Michaeliskirche. Auch und gerade weil viele Teilnehmer*innen das Programm der Ideenwerkstatt regelmäßig besuchten, lernte man sich von Tag zu Tag immer besser kennen und wuchs regelrecht zusammen. Dies war deutlich zu spüren an diesem ganz besonderen französischen Abend.

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